MÄNNERPHANTASIEN

Seminar über männliche Monokulturen in Serien, Filmen & Theater

Für Schausspiel, Theater, Medienwissenschaft, Film, Regie, Drehbuch & Animation.

90 % der Drehbücher bei Disney, Netflix, HBO und Amazon werden von Männern geschrieben. Fiktionale Rollen sind zu 80 % mit Männern besetzt. In den Regiestühlen sitzen 85 % Männer, wofür sie 90 % der Fördergelder erhalten, obwohl sie nur die Hälfte der Regie-Abschlüsse haben. Für das Theater sind die Zahlen ähnlich.
Der hypermaskuline Impact männlich dominierter Erzählungen und Trope auf das gesellschaftliche Unterbewusstsein ist gigantisch. Die Story- und Bilderflut fiktiver Männerwelten kaum zu bewältigen. Wie können wir die strukturelle Ungleichheit durchbrechen? Was tun gegen männliche Repräsentationsmacht? Wie umgehen mit der enormen Phantasielosigkeit von Männerphantasien?
Das Seminar richtet sich sowohl an Student:innen in Schauspiel, Regie und Drehbuch/Dramaturgie, als auch an Medien- und Filmwissenschaftler:innen. Es setzt sich aus zwei Modulen zusammen: Awareness und DeTalks (Projektarbeit).

I. Awareness

In meinen Seminaren verfolge ich drei Ziele. Zum einen möchte ich über die strukturelle Gewalt von Männerbünden aufklären und ein Bewusstsein schaffen für deren Omnipräsenz in sämtlichen Lebensbereichen. In einem zweiten Schritt sprechen wir über konkrete Methoden und Instrumente, um die (Selbst)kritik an Männern und Männlichkeiten zu beschleunigen. Und drittens verhandeln wir die Repräsentationsmacht männlich dominierter Erzählungen und Bildwelten. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf den Männerphantasien in Filmen, Serien, Theater und Medien.
Männliche Monokulturen – Männliche Schweige- und Blockadekulturen bilden das Fundament für Misogynie, Sexismus und geschlechtsspezifisches Lohngefälle (Gender Pay Gap). Toxische Männlichkeit zeigt sich in Lobbyismus und entfesseltem Leistungsdenken. Zudem werden männlich dominierte Monokulturen von kultureller und emotionaler Armut bestimmt. Um wieviel reicher und sinnstiftender wären unsere Erfahrungen, wenn wir sie hinter uns lassen? Ist das überhaupt möglich? Und weshalb wirken viele männliche Ideen und Kulturprodukte schon nach wenigen Jahren unerträglich, sexistisch und wie aus der Zeit gefallen?
Kritische Männlichkeit – Wie können wir kritisch über Männlichkeit sprechen? Welche Privilegien genießen Männer nur deshalb, weil sie männlich sind? Wieso ist strukturelle Ungleichheit in Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien für Männer oft ein blinder Fleck? Sollten wir statt Frauenquoten nicht besser Männerlimits festlegen? Und warum nehmen statistisch die meisten Männer nicht an der Sorge-, Pflege- und Erziehungsarbeit teil (Gender Care Gap)? Beginnen wir damit, unsere eigene Rolle zu hinterfragen. Wir sollten Frauen*, Inter- und Transpersonen zuhören und unsere emotionale Sprachlosigkeit überwinden.
Männerphantasien (Schwerpunkt) – Der Impact von männlich dominierten Fiktionen und Narrativen auf das Unterbewusstsein unserer Gesellschaft ist enorm. Wie also inszenieren sich Männer in Serien und Filmen? Wieso führt die Abwesenheit von Vätern dazu, dass Supersöhne übermännliche Fähigkeiten entwickeln? Was können wir dem immergleichen Kampf- und Kriegsspektakel entgegensetzen? Helden, Monster und Egoshooter sind von gestern. Höchste Zeit, die Waffen nieder- und die Masken abzulegen! Landnahme-, Eroberungs- und Machtphantasien von Konzernen und Startup-Männlichkeiten zerstören unseren Planeten.
Die Themen werden durch Inputvorträge eingeführt, in denen ich auf aktuelle Beispiele zu sprechen komme und zahlreiche Bilder zeige. Ich strukturiere und moderiere die Diskussion mit den Teilnehmer:innen und gebe kurze Impulse wie Videos und Texte in die Runde.

II. DeTalks

In den Detox Masculinity Talks steht das Interesse und die Arbeit der Student:innen und Wissenschaftler:innen im Mittelpunkt. Sie erhalten hier die Gelegenheit, Serien, Filme, Theater- und Medienprojekte vorzustellen, die wir gemeinsam auf Männlichkeit hin besprechen und kritisieren wollen. Sie können ihre eigenen Projekte und Forschungsinteressen mitbringen oder Werke, die sie geprägt und begeistert haben. Einzeln oder in Gruppen präsentieren sie eine Produktion, ein Drehbuch, eine Rolle oder ein medienwissenschaftliches Thema, bereiten inhaltlich eine Diskussion vor und moderieren das Gespräch.
Die Studierenden von heute kämpfen für eine vielfältige, intersektionale und nachhaltige Zukunft. Sie haben damit begonnen, People of Color, Frauen*, Inter- und Transpersonen zuzuhören und ihre eigenen Rollen und Privilegien konsequent zu hinterfragen. Unterstützen wir sie dabei, traditionelle Männlichkeiten und Männerbünde zu überwinden, damit die Charaktere, Beziehungen und Erzählungen, welche sie künftig spielen und verkörpern werden, diverser, offener und spannender sind als je zuvor.
Engagieren Sie mich für Lehrtätigkeiten, Vorlesungsreihen und Konferenzen. Gemeinsam passen wir das Seminar an Ihren Lehrplan an und besprechen Ihre individuellen Vorstellungen und Interessen. Schreiben Sie mir eine Mail an may.mensstudies@gmail.com oder rufen Sie mich an unter 0177 5066811.
Ich freue mich darauf Sie kennenzulernen!

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