Männerbünde, Männerphantasien & Kritische Männlichkeit

Online-Seminare mit Christoph May

Hallo zusammen, mein Name ist Christoph May. Ich habe das Institut für Kritische Männerforschung gegründet und bin als Privatdozent tätig. In meinen Online-Seminaren geht es um drei Schwerpunkte: Männerbünde, Männerphantasien und Kritische Männlichkeit.

Mit Männerbünden meine ich männliche Monokulturen in Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft. 91% der Gemeinden und Städte in Deutschland werden von Männern geführt. Wir haben mehr Bürgermeister, die Thomas heißen, als Bürgermeister:innen. 80% aller deutschen Unternehmen verzichten ganz auf weibliches Führungspersonal. Unsere Universitäten werden zu 75% von Männern geleitet. Regionalzeitungen zu 95%. Bei der Bundespolizei sind 84% Männer beschäftigt, bei der Bundeswehr sogar 88%.

Männliche Monokulturen

Von der katholischen Kirche bis Hollywood, von der FIFA bis zum DAX. Überall dort, wo Männer unter sich bleiben, entwickeln sich toxische Monokulturen, die Gift sind für Geschlechtervielfalt, Gift für die unzähligen Varianten sozialer Beziehungen und Lebensformen, Gift für diverse Erzählungen und kulturellen Reichtum. Ich möchte hier über die institutionelle und strukturelle Gewalt von Männerbünden aufklären und ein Bewusstsein schaffen für deren Omnipräsenz in sämtlichen Lebensbereichen.

Männliche Schweige- und Blockadekulturen bilden das Fundament für Frauenhass, Sexismus und geschlechtsspezifisches Lohngefälle, den sogenannten Gender Pay Gap. Toxische Männlichkeit zeigt sich in Lobbyismus und entfesseltem Leistungsdenken. Zudem werden männlich dominierte Organisationen und Interessenverbände von kultureller und emotionaler Armut bestimmt. Um wieviel reicher und sinnstiftender wären unsere Erfahrungen, wenn wir sie einfach hinter uns lassen? Ist das überhaupt möglich? Und weshalb wirken viele männliche Ideen, Verhaltensweisen und Kulturprodukte schon nach wenigen Jahren unerträglich, sexistisch und wie aus der Zeit gefallen?

Männerphantasien

Soviel zu den männlichen Monokulturen. In einem zweiten Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit Männerphantasien, also mit Männerbildern & männlichen Erzählungen in Serien, Filmen und Theater. 90% der Drehbücher bei Disney, Netflix, HBO und Amazon werden von Männern geschrieben. Fiktionale Rollen sind zu 80% mit Männern besetzt. In den Regiestühlen sitzen 85% Männer, wofür sie 90% der Fördergelder erhalten, obwohl sie nur die Hälfte der Regie-Abschlüsse haben. Für das Theater sind die Zahlen ähnlich.

Der Impact männlich dominierter Erzählungen und Trope auf das gesellschaftliche Unterbewusstsein ist gigantisch. Die Story- und Bilderflut fiktiver Männerwelten kaum zu bewältigen. Wie können wir die strukturelle Ungleichheit durchbrechen? Was tun gegen männliche Repräsentationsmacht? Wie umgehen mit der enormen Phantasielosigkeit von Männerphantasien?

Konkret müssen wir fragen: Wie inszenieren sich Männer in Serien und Filmen? Wieso zum Beispiel führt die Abwesenheit von Vätern dazu, dass Supersöhne übermännliche Fähigkeiten entwickeln? Und was können wir dem immergleichen Kampf- und Kriegsspektakel entgegensetzen? Helden, Monster und Egoshooter jedenfalls sind sowas von gestern. Es wird höchste Zeit, dass sie ihre Waffen niederlegen. Wir brauchen dringend neue Phantasien, neue Rollenbilder und diverse Drehbücher.

Kritische Männlichkeit

Der dritte und letzte Schwerpunkt nach den Monokulturen und den Phantasien liegt auf Kritischer Männlichkeit. Hier geht es um die Frage: Wie können wir die Kritik an Männern & Männerbünden beschleunigen? Traditionelle Männlichkeiten blockieren Gleichstellung, Diversität und Klimaschutz. Und Männerbünde bilden das Fundament für Frauenhass, Gewalt und Rassismus, für Faschismus, Verschwörungstheorien, Hate Speech und Mansplaining. Und dennoch glauben die meisten Männer, Feminismus hätte nichts mit ihnen zu tun. Es ist absurd, nicht wahr?

Um zu erreichen, dass Männer sich für Frauenrechte, Diversität und Inklusion engagieren, müssen sie ihre eigene Rolle kritisch hinterfragen, sich ihrer Privilegien bewusst werden und ihre Verhaltens- und Beziehungsmuster ändern. Sie müssen verstehen, dass sie selbst nur gewinnen können, wenn sie ihre männerbündischen Strukturen aufbrechen. Denn männlich dominierte Ideen, Pläne, Projekte und Produkte wirken heute außergewöhnlich schnell wie aus der Zeit gefallen, sexistisch und reaktionär, eben weil sie die intersektionalen und feministischen Basics ignorieren.

Wie können wir überhaupt kritisch über Männlichkeit sprechen? Welche Privilegien genießen Männer nur deshalb, weil sie männlich sind? Wieso ist strukturelle Ungleichheit in Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien für Männer oft ein blinder Fleck? Sollten wir statt Frauenquoten nicht besser Männerlimits festlegen, damit sie sich endlich angesprochen fühlen? Und warum nehmen statistisch die meisten Männer nicht an der Sorge-, Pflege- und Erziehungsarbeit teil, Stichwort: Gender Care Gap. 

Sehr viele Menschen kämpfen heute für eine vielfältige, diskriminierungsfreie und nachhaltige Zukunft. Sie haben damit begonnen, BiPoC, Frauen*, inter und trans personen zuzuhören und ihre eigenen Rollen und Privilegien konsequent zu hinterfragen. 

Das also erwartet euch in meinen Seminaren, wir sprechen über Männerbünde, Männerphantasien und Kritische Männlichkeit. Ich möchte euch darin unterstützen, traditionelle Männlichkeiten und Männerbünde zu erkennen und zu überwinden, damit eure Erfahrungen, Erzählungen, Beziehungen künftig diverser, freier, interessanter und damit auch erfolgreicher sind als je zuvor. Schickt mir einfach eine Mail an may.mensstudies@gmail.com oder ruft mich an unter 0177 5066811, ich freue mich, von euch zu hören, Salü, Adios, Adiöö.

KONTAKT

Scroll to Top