Brasiliens Präsident Bolsonaro demütigt Brigitte Macron

Emmanuel Macron und Jair Bolsonaro werden persönlich. Im Zentrum: ein abfälliger Kommentar über die Frau des französischen Präsidenten

Von Caroline Rosales

Auszug

„Tatsächlich ist es für Jair Bolsonaro (ebenso wenig für Trump) nicht der erste Ausfall dieser Art. „Der ultrakonservative brasilianische Präsident gilt als ein Frauenfeind, Sexist und Schwulenhasser“, erklärt der Wissenschaftler für Gender-Studien Christoph May dieser Redaktion.

Schon vor seiner Wahl im Oktober 2018 verherrlichte Bolsonaro Folterer, will den Schutz der Ureinwohner einschränken, Waffenbesitz erleichtern und das Militär gegen Drogenhändler einsetzen. Die brasilianische Abgeordnete Maria do Rosario (PT, Partei der Arbeiter) griff er mit den Worten an: „Ich würde Sie nicht vergewaltigen, Sie verdienen es nicht.“

Laut des Männerforschers Rolf Pohl gehört die Abwertung von Frauen fest zur männlichen Identität. Die Ursache jeder Abwehr sei Angst und Kontrollverlust. „Was die Frauenverachtung von Männern also sichtbar macht, ist deren enorme Angst vor Frauen. Vor allem vor mächtigen Frauen wie Brigitte Macron“, sagt auch Christoph May.

Bolsonaros Demütigung richteten sich konkret gegen ihr Alter. Indem er sie durch Age-Shaming (Altersdiskriminierung) beleidige, versuche er die Männlichkeit ihres Mannes anzugreifen. Das sei – mit den Worten Macrons selbst – „einfach nur traurig und armselig“, sagt May. In Frankreich selbst fand man ebenso deutliche Worte für die verbale Attacke Bolsonaros.

„Es ist bemitleidenswert, sagen wir es ruhig“, erklärte die französische EU-Abgeordnete Nathalie Loiseau. Es sei die einzige Sache, die Populisten machen könnten, sobald sie an der Macht seien: „Laut schreien, um die starken Männer zu spielen.“

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