Sexuell verfügbar | Caroline Rosales

Alpha

Auszug aus dem gleichnamigen Kapitel in Sexuell verfügbar

„Meine Nerven beruhigen kann auch hier wieder nur der Männlichkeitsforscher Christoph May. Er sieht das Ganze wesentlich optimistischer. #metoo hat, so findet er, endlich das gesellschaftliche Tabu gebrochen, kritisch über Männlichkeit zu reden, Männer in die Verantwortung zu nehmen und ihre Macht und Privilegien infrage zu stellen. Ausnahmslos jeder Mann müsse sich jetzt dazu verhalten. Schon damit sein Werk in Zukunft überhaupt eine Rolle spiele.

Die meisten Männer befürchten zu Recht, so May, dass ihre Filme und Bücher bald nur noch unverständiges Kopfschütteln auslösen werden. Es sei also höchste Zeit für einen Film- und Literaturkanon, der von Frauen dominiert werde (#DieKanon)! Es gebe einen Grund, weshalb Virginia Woolf noch immer hochaktuell ist und so gar nicht aus der Zeit gefallen wirkt. 100 Jahre Aufklärung und (Selbst-)Kritik der feministischen Bewegung würden den Männern noch bevorstehen.“

Sexuell verfügbar

Von Caroline Rosales

Es wird viel geredet über die patriarchalisch geprägte sexistische Gesellschaft, doch selten über den Nährboden, der das Wachstum solcher männlich-dominierten Machtstrukturen begünstigt.

Caroline Rosales erzählt nah an ihrer eigenen Geschichte, wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Das müssen wir ändern. Denn es gibt viele Grauzonen zwischen unserer Erziehung, Missbrauch und Feminismus. Hier werden sie beleuchtet.